Kursdidaktik und -programm

Sie werden was erleben!

Mehr als eine Auflistung einzelner Programmpunkte und Methoden informiert Sie ein Blick auf das „innere Geschehen“ in den Kursen "Einführung in die Mediation" und "Mediation und Persönlichkeit". Didaktik und Programm verfolgen ein ganzheitliches Ziel: Sie werden Mediation erlernen durch Erleben.

Was heißt das konkret? Selbstverständlich gibt es Lehrinhalte traditioneller Art, Ihnen wird Wissen zur Verfügung gestellt: „Die sieben Schritte der Mediation“, die „fünf Säulen“ oder die „6 Stufen der Konfliktlösung“ zum Beispiel. Die könnten Sie aber auch in einem Buch nachlesen. Zum Mediator, zur Mediatorin würden Sie durch die Lektüre nicht. Deshalb wird der Kurs selbst zur Mediationsmaßnahme. Die einzelnen Schritte werden gemeinsam gemacht, dabei von den Trainern begleitend erläutert.

Es gibt keine gelungene Mediation ohne persönliche Einsichten und Veränderungen bei den Teilnehmern. Bei den Mediatoren kommt es wesentlich auf die Übereinstimmung einer inneren Haltung mit dem vermittelnden Handeln an. Die bloßen Methoden - Spiegeln, Doppeln, Meine Welt und deine Welt ... - könnten Sie ebenfalls nachlesen. Aber nicht die innere Haltung. Nicht das Wissen um Ihre Wirkung auf Menschen, die in einem tiefen Konflikt mit anderen stecken und nun unter Ihrer Anleitung „anders“, versöhnlich werden sollen. Dazu brauchen Sie die Gruppe, das Miteinander genauso wie das Gegenüber von Kursteilnehmern und Trainern. Das heißt für Sie: Mit Beginn des Kurses treten Sie in einen Prozess persönlichen Bewusstwerdens, Reflektierens und Veränderns ein.

Nichts wird Ihnen aufgezwungen, nichts wird mit Ihnen gegen Ihren Willen und Ihre Individualität „gemacht“. Weder eine Mediation noch die Ausbildung zum/zur Mediator/in dürfen eine (psycho-) therapeutische Behandlung sein. Trotzdem geht es immer um die Person mit Denken, Fühlen, Beziehungen, Stärken, Defiziten, Grenzen. Also geht es auch um Psychen, Gruppendynamik, psychologisches Erkennen und Einschätzen, um Eigenheiten und vielleicht Störungen. Die Trennlinie zwischen Mediation und Therapie (für einige ist die Überschreitung eine Versuchung) wird im Kurs deutlich erlebt, Voraussetzung für die professionelle Vermittlung. Selbstverständlich werden auch die Unterschiede zu anderen Formen der Konfliktbearbeitung geklärt.


Mediatoren sind keine konfliktfreien Menschen. Damit müssen wir im Kurs arbeiten. Die Gruppe wird keine Monade des Friedens und der Harmonie bilden. Wo Menschen zusammen sind, liegen Konflikte in der Luft - oder in den Genen, Psychen, Umständen, Launen, manchmal sogar in Sachfragen. Wenn wir Ihnen im Programm ein „Rollenspiel“ Mediation ankündigen, stimmt das nur bedingt. Denn Sie werden weder eine schauspielerische Rolle übernehmen noch ein Stück namens „Konflikt“ spielen. Der Kurs ist eine Mediation. Sie werden Sie selbst sein mit Ihren Sym- und Antipathien, Ihrer Konfliktfähigkeit, Ihren Konsenspotentialen, Ihren Stärken und Schwächen. Sie lernen sehr praktisch: Spannungen aushalten, mit Erleichterungen und Hintertürchen der Konfliktbeendung umgehen, Ihre Zu- und Abneigungen wahrnehmen und neutralisieren. Weil es Sie zu einem guten Ende drängt, lernen Sie: Hast vermeiden, dem Vermittlungsprozess Zeit geben und nehmen, sich einbringen, gleichzeitig überflüssig machen, auf „Kurs Mediation“ mögliche Klippen umschiffen oder voll darauf zusteuern ...


Teilnehmer bisheriger Ausbildungskurse erleben oft ein „Wechselbad der Gefühle“. „So einfach ist Mediation!?“ heißt es am Anfang. „Ist das schwer!“ stöhnen die selben später, wenn sie die Mediatorenrolle in einem Konflikt inne haben und mitten drin stecken in einem Wust von Gefühlen. Der/die Mediator/in muss sich in viele Konfliktbeteiligte je persönlich hinein versetzen können, gleichzeitig eigene Gefühle und die anderer ordnen und distanzieren. Freuen Sie sich auf die manchmal anstrengende, immer gewinnbringende Erfahrung von inneren Rollenwechseln bei bewusster Identität mit sich selbst. Sie können schon vermuten: Bei so viel persönlichem Erleben wird auch viel gelacht. Es gibt Situationskomik. Dazu Ihren und der Trainer Humor. Übrigens: Humor ist die schönste „Methode“der Mediation.

Sie lernen nicht nur für die Mediation. Die neuen Kenntnisse dienen in vielen Lebenssituationen. Zum Beispiel: Am Anfang jeder Mediation stehen Einzelgespräche mit Konfliktbeteiligten. Sie sollten Ihren Gesprächspartner umfassend verstehen: Gesagtes, Nicht-Gesagtes, Gemeintes, Gedachtes, Gefühltes, Unbewusstes, Verdrängtes, Verschwiegenes, (Un-) Wahres. Um einen Menschen so genau wie möglich wahrzunehmen, sollten Sie seine Welt für die Dauer des Gesprächs übernehmen können. Trotzdem auf Distanz dazu bleiben. Das fordert - neben kommunikativen Fähigkeiten - eine bestimmte innere Haltung von Ihnen. Die brauchen Sie in der gesamten Konfliktvermittlung. Wir nennen sie die mediative Haltung: ein weitgespanntes Gleichgewicht nach innen und außen, das Ihnen in Gesprächen, Beziehungen, Beruf und Privatleben, im Umgang mit sich selbst nutzt.


Am Ende der Kurse "Einführung in die Mediation" und "Mediation und Persönlichkeit" haben Sie Kenntnisse und Fertigkeiten erlernt und eine Souveränität gewonnen, mit der Sie innere und äußere Spannungen zu Ihrem Aktionsfeld machen. Sie können sehr gefühlvoll sein und jederzeit Ihre Gefühle kontrollieren. Weder heiße Tränen noch Eiseskälte bei Menschen Ihrer Umgebung machen Sie ratlos. Wir glauben, das ist ein Gewinn. Für andere. Für Ihren beruflichen Erfolg. Für Ihr Menschsein.


Fragen Sie uns, wenn Sie mehr zu den Kursprogrammen wissen wollen. Wir beraten Sie gern. Nutzen Sie das Anfrageformular, senden Sie eine eMail an kontakt@423gmbh.de oder rufen Sie uns an. Wir sind für Sie und Ihre Entwicklung da.


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