Mediation erleben und erlernen!

Fakt ist, es gibt keine gelungene Mediation ohne persönliche Einsichten und Veränderungen der Teilnehmer. Damit eine Mediation erfolgreich abläuft, kommt es bei den Mediatoren wesentlich auf die Übereinstimmung ihrer inneren Haltung mit dem vermittelnden Handeln an. Diese Übereinstimmung ist bildlich gesprochen eine Art Kompass während eines Mediationsprozesses.

Die bloßen Methoden – spiegeln, doppeln, meine Welt und Deine Welt etc. – könnten Sie ebenfalls nachlesen. Aber zu Ihrer persönlichen inneren Haltung werden Sie in den Büchern nichts finden. Auch das Wissen um Ihre Wirkung auf Menschen, die in einem tiefen Konflikt mit anderen stecken und nun unter Ihrer Anleitung „anders“, versöhnlich werden sollen, erfahren Sie nicht aus der Lektüre. Nein, um das zu erfahren, brauchen Sie Rückmeldung von anderen. Das heißt für Sie: Mit Beginn des Kurses treten Sie in einen Prozess persönlichen Bewusstwerdens, Reflektierens und Veränderns ein.

Um das ganz klar zu sagen. Nichts wird Ihnen während der Seminare aufgezwungen, nichts wird mit Ihnen gegen Ihren Willen und Ihre Individualität „gemacht“. Weder eine Mediation noch die Ausbildung zum Mediator dürfen eine (psycho-)therapeutische Behandlung sein!

Trotzdem geht es immer um die Person mit ihrem Denken und Fühlen, ihren Beziehungen, Stärken, Defiziten und Grenzen. Also geht es auch um Psychen, Gruppendynamik, psychologisches Erkennen und Einschätzen, um Eigenheiten und vielleicht Störungen. Die Trennlinie zwischen Mediation und Therapie (für einige ist die Überschreitung eine Versuchung) wird im Kurs deutlich erlebt und ist Voraussetzung für die professionelle Vermittlung. Selbstverständlich werden aber auch die Unterschiede zu anderen Formen der Konfliktbearbeitung geklärt.
 

Niemand ist ohne Konflikt

Auch Mediatoren sind keine konfliktfreien Menschen. Mit dieser Erkenntnis werden wir in den Seminaren intensiv arbeiten. Die Gruppe wird keine Monade des Friedens und der Harmonie bilden. Es ist einfach so, dass, wo Menschen zusammen sind, Konflikte quasi in der Luft liegen – oder in den Genen, Psychen, Umständen, Launen, manchmal sogar in Sachfragen. Sie werden in den Seminaren ganz Sie selbst sein mit Ihren Sym- und Antipathien, Ihrer Konfliktfähigkeit, Ihrem Konsenspotential, Ihren Stärken und Schwächen. Sie lernen sehr praktisch, Spannungen auszuhalten, mit Erleichterungen und Hintertürchen der Konfliktbeendigung umzugehen, Ihre Zu- und Abneigungen wahrzunehmen und zu neutralisieren. Und weil es Sie zu einem guten Ende drängt, lernen Sie auch: Hast zu vermeiden, dem Vermittlungsprozess Zeit zu geben und zu nehmen, sich einzubringen, gleichzeitig überflüssig zu machen, Dank inneres inneren Kompasses mögliche Klippen zu umschiffen oder auch bewusst voll darauf zu zusteuern.

Teilnehmer bisheriger Ausbildungskurse erlebten in diesem Ausbildungsprozess oft ein Wechselbad der Gefühle. „So einfach ist Mediation!?“ heißt es da mitunter am Anfang. „Ist das schwer!“ stöhnen dieselben später, wenn sie die Mediatorenrolle in einem Konflikt innehaben und mitten drin stecken in einem Wust von Gefühlen. Ein Mediator muss sich in viele Konfliktbeteiligte ja persönlich hineinversetzen können, gleichzeitig eigene Gefühle und die anderer ordnen und distanzieren. Freuen Sie sich auf die manchmal anstrengende, aber immer gewinnbringende Erfahrung von inneren Rollenwechseln im Bewusstsein Ihrer Identität. Sie können schon vermuten: Bei so viel persönlichem Erleben wird auch viel gelacht. Es gibt Situationskomik. Dazu Ihren und der Trainer Humor. Übrigens: Humor ist die schönste „Methode“ der Mediation.
 

Einladung zum Lernen über die Mediation hinaus

Sie lernen nicht nur für die Mediation. Ihre neuen Kenntnisse dienen Ihnen in vielen Lebenssituationen. Am Anfang jeder Mediation stehen Einzelgespräche mit Konfliktbeteiligten. Sie lernen, Ihren Gesprächspartner möglichst umfassend zu verstehen: Gesagtes, Nicht-Gesagtes, Gemeintes, Gedachtes, Gefühltes, Unbewusstes, Verdrängtes, Verschwiegenes, Wahres und Unwahres. Um einen Menschen so genau wie möglich wahrzunehmen, sollten Sie seine Welt für die Dauer des Gesprächs übernehmen und trotzdem auf Distanz bleiben können. Das fordert – neben kommunikativen Fähigkeiten – eine bestimmte innere Haltung von Ihnen. Die brauchen Sie in der gesamten Konfliktvermittlung. Wir nennen sie die mediative Haltung. Eine Haltung, die Sie in ein Gleichgewicht nach Innen und Außen versetzt und die Ihnen in Gesprächen, Beziehungen, im Beruf und Privatleben, aber auch im Umgang mit sich selbst jederzeit nutzt.

Am Ende der beiden Kurse „Mediation erleben und erlernen" und „Konflikte erkennen, moderieren und lösen" haben Sie somit Kenntnisse und Fertigkeiten erlernt und eine Souveränität gewonnen, mit der Sie innere und äußere Spannungen zu Ihrem Aktionsfeld machen. Sie können sehr gefühlvoll sein und jederzeit Ihre Gefühle kontrollieren. Weder heiße Tränen noch Eiseskälte bei Menschen Ihrer Umgebung machen Sie ratlos. Wir glauben, das ist ein Gewinn. Für andere. Für Sie. Ihren beruflichen Erfolg und Ihr privates Glück.

Nach oben